THE BIG REUNION

Louis Mazetier

Louis Mazetier stellt sein grosses Talent und sein beeindruckendes Können ganz in den Dienst der grossen Meister des klassischen Jazz-Pianos: Fats Waller, Jelly Roll Morton, James P. Johnson, Duke Ellington, Willie "The Lion" Smith, Don Lambert, Earl Hines, Teddy Wilson und Art Tatum heissen seine Idole. Am 17. Februar 1960 in Paris geboren, erhielt er im Alter von sieben Jahren seine ersten Klavierstunden. Vom Jazz-Virus befallen wurde er mit 14, als er Platten von Fats Waller hörte. Begeistert vertiefte sich Louis ins Studium des klassischen Piano-Jazz und machte sich dessen verschiedene Ausdrucksformen zu eigen. Der Harlem Stride wurde seine grosse Leidenschaft. Louis Mazetier studierte in Paris höhere Mathematik, später Medizin und betätigte sich nebenbei als Pianist in verschiedenen Amateur-Jazzbands. Mit François Rilhac gründete er Mitte der achtziger Jahre ein Aufsehen erregendes Stride-Piano-Duo, das bis zum Tode Rilhacs, 1992, eine begeisterte Fangemeinde hatte. 1988 war er Gründungsmitglied der heute legendären Paris Wash-board, einer originellen Formation, mit welcher er grosse Erfolge feierte. Seit 1991 betätigt sich Louis Mazetier fast ausschliesslich, und mit sehr grossem Erfolg, als Solo- Pianist. 1992 verlieh ihm die französische Académie du Jazz sowohl den Sidney Bechet-Preis als auch den Bill Coleman-Preis. Obwohl noch heute im Amateur- Status - er ist eigentlich Arzt von Beruf - ist er ein Stride- Pianist der Extraklasse. Erstaunlicherweise gewinnt er diesem populären Klavierstil immer wieder neue Aspekte ab. Als Vehikel benützt er dabei nicht nur die bekannten Stride-Kompositionen und Standards jener Jazz-Epoche, sondern wagt sich auch an neueres Material oder überrascht mit originellen Eigenkompositionen. Seit 1995 hat Louis Mazetier für Jazz Connaisseur insgesamt sechs CDs eingespielt. Später zog das US Label Arbors Records nach und gab zwei weitere Alben heraus.

 

Bernd Lhotzky

Bernd Lhotzky, Sohn eines deutschen Vaters und einer französischen Mutter, am 11. Dezember 1970 in Tegernsee (Deutschland) geboren, gehört zu den begabtesten und kompetentesten Interpreten des klassischen Piano-Jazz. Sein Talent zeigte sich schon früh. Als Achtjähriger nahm er bereits an Musikwett-bewerben teil, und mit neun Jahren holte er an einem Piano Contest für seine Interpretation von Scott Joplin's "Maple Leaf Rag" den ersten Preis. Eine Rundfunk-sendung, in welcher er das Stück "Who'll Take My Place When I'm Gone" von Fats Waller hörte, weckte seine Leidenschaft für den Harlem Stride. Neben seinem klassischen Klavierstudium erarbeitete er sich nebenbei, anhand von Schallplatten, ein umfangreiches Repertoire an Musikstücken der grossen Piano-Jazz-Pioniere James P. Johnson, Fats Waller und Willie "The Lion" Smith. Seine Begabung war so aussergewöhnlich, dass er schon mit 17 Jahren, als bester Bewerber seines Fachs, am Münchner Richard-Strauss-Konservatorium aufgenommen wurde. Später vervollständigte er seine Musikstudien an der Hochschule für Musik in München. Mit beeindruckendem Können und vollendeter Technik setzt er dem Stride-Piano-Stil neue Glanzlichter auf. Ständig auf der Suche und niemals zufrieden geht er in seiner pianistischen Entwicklung immer weiter. Auftritte mit zahlreichen international renommierten Künstlern, Duo-Kooperationen mit Pianisten wie Ralph Sutton, Dick Hyman, Mike Lipskin, Louis Mazetier, Chris Hopkins und Rossano Sportiello sowie eine beachtliche Anzahl CDs unter eigenem Namen machten ihn unter den Jazzfreunden im In- und Ausland bekannt. Auf dem Label Jazz Connaisseur ist er mit dem Album "Stridin' High", zusammen mit Ralph Sutton, der Solo-CD "Stridewalk" und, im Duett mit Dick Hyman, auf dem Album "Stridin' the Classics" vertreten.

 

Chris Hopkins

Chris Hopkins wurde 1972 in Princeton, New Jersey (USA) geboren, lebt jedoch seit seiner frühesten Jugend in Deutschland. Mit sechs Jahren begann er, sich mit Musik zu beschäftigen und genoss eine klassische Ausbildung, zunächst auf dem Cembalo. Etwa im Alter von 13 Jahren entdeckte er seine Leidenschaft für den Jazz, die ihn seither nicht mehr losgelassen hat. Musikalisch hat sich Chris Hopkins der faszinierenden und technisch anspruchsvollen Tradition der Stride- und Swing-Pianisten der dreissiger und vierziger Jahre ver-schrieben. Und so finden sich in seinem Spiel Einflüsse aller wichtigen Vertreter dieser Stile, angefangen bei James P. Johnson, Fats Waller und Willie "The Lion" Smith, über Earl Hines und Teddy Wilson, bis zu Count Basie und Duke Ellington. Als vielseitiger, einfühlsamer Begleiter und Solist mit beeindruckendem Repertoire ist Chris Hopkins nicht nur ein gern gesehener Gast bei vielen bekannten deutschen Formationen, sondern zählt zu den gefragtesten Musikern des Traditional und Swing Jazz auf der internationalen Jazzszene. Er spielt regel-mässig in verschiedensten Festival All Star-Formationen oder begleitet namhafte amerikanische und andere aus-ländische Solisten auf ihren Konzertreisen. So ist er unter anderem mit den Jazzgrössen Dan Barrett, Bob Barnard, Kenny Davern, Harry "Sweets" Edison, Clark Terry, Peanuts Hucko, Ken Peplowski, Warren Vaché, Scott Robinson, Howard Alden und Jackie Williams aufgetreten. Es liegen mittlerweile um die 30 Einspie-lungen mit diversen Musikern und Formationen auf CD vor, die den Werdegang und das Können von Chris Hopkins dokumentieren. Über seine rege Konzerttätigkeit hinaus wirkt er seit 2005 als Jazz-Dozent an der Hochschule für Musik in Köln. Im Jahre 2013 wurde Chris Hopkins in Deutschland um seine Verdienste für den klassischen Jazz als “keeper of the flame“ geehrt.

 

Rossano Sportiello

Rossano Sportiello wurde am 1. Juni 1974 in Vigevano, in der Nähe von Milano, Italien geboren. Seit seinem neunten Lebensjahr absolvierte er eine formale Klavier- Ausbildung am Konservatorium seiner Heimatstadt, die er mit 22 Jahren abschloss. Mit ungefähr 15 fand er mehr und mehr Gefallen am Jazz. Durch einen Freund ent-deckte er die Piano-Pioniere Fats Waller, James P. Johnson, Jelly Roll Morton und Willie "The Lion" Smith. Er war vielleicht 18, als er Aufnahmen von Ralph Sutton hörte, die ihn nachhaltig prägten. Nachdem er eine Weile als Sideman in den verschiedensten Orchestern gewirkt hatte, begann Sportiello mit eigenen Formationen zu arbeiten oder trat als Solo-Pianist auf. Von grosser Bedeutung für seine musikalische Weiterentwicklung war die Begegnung mit dem amerikanischen Posaunisten Dan Barrett, 1998. Seit 2002 wirkte er an verschiedenen Ascona Festivals als intuitiver Begleitpianist und hervorragender Solist in dessen Festivalformationen. Dies führte zu vielen weiteren Engagements auf internationalen Bühnen und machten ihn zu einem der gefragtesten europäischen Jazzpianisten. Rossanos Repertoire umfasst ein grosses Spektrum der Jazz- Piano-Tradition. Mit zunehmender musikalischer Ent-wicklung und Reife liess er sich auch von Aufnahmen von Stilisten wie Teddy Wilson, Art Tatum, Oscar Peterson, Ellis Larkins, Tommy Flanagan, Hank Jones, Dave McKenna, Dick Hyman und Barry Harris inspirieren. Heute lebt und arbeitet Rossano Sportiello in New York und bewegt sich mit grossem Erfolg in der Traditional und Swing Jazz-Szene. Viele bekannte Jazznamen suchen seine Mitarbeit. So ist er oft mit der Bassistin Nicki Parrott und dem Drummer Eddie Metz Jr. unterwegs. Er gehört auch zu Tenorman Scott Hamiltons bevorzugten Pianisten. Für das US-Label Arbors Records konnte er eine ganze Anzahl von CDs auf-nehmen. In Europa tourt er oft mit den Three Wise Men.

 

Paolo Alderighi

Paolo Alderighi, am 5. November 1980 in Mailand, Italien geboren, wuchs in einer musikliebenden Familie auf. Die Plattensammlung seines Vaters, welcher in seiner Freizeit Bass und Banjo in verschiedenen Amateur- Jazzbands spielte, war für ihn eine reiche Quelle der Inspiration. So entdeckte er seine frühen Idole Thomas "Fats" Waller und Earl "Father" Hines. Das Pianogenie Erroll Garner wurde ein weiteres grosses Vorbild. Mit acht Jahren erhielt Paolo seine ersten Klavierstunden. Nachdem er seiner Klavierausbildung während der Schulzeit viel Zeit und Engagement gewidmet hatte, setzte er seine Musikstudien am Mailänder Konser-vatorium Giuseppe Verdi fort und machte mit 19 seinen Abschluss. Nach einem kurzen Ausflug in die Klassik- Szene begann er eine Karriere als Jazzmusiker. Er spielte in verschiedenen Jazzformationen, vorwiegend traditioneller Richtung, und trat auch immer öfter als Solopianist auf. Inzwischen hat Paolo Alderighi mit vielen international bekannten Jazzgrössen zusammengearbei-tet, so mit John Allred, Dan Barrett, Evan Christopher, Colin Dawson, Alfredo Ferrario, Dusko Goykovich, Duke Heitger, Dick Hyman, Ed Polcer, George Robert, Randy Sandke, Antti Sarpila, Paolo Tomelleri, Engelbert Wrobel, um nur gerade die prominentesten zu nennen. Er ist ständig in Europa unterwegs und wird immer wieder an bedeutende Jazz Festivals eingeladen, so in Italien, Frankreich, Deutschland, der Schweiz, Holland, Spanien, Irland, Grossbritannien und Japan. Das Solospiel ist für ihn eine grosse Herausforderung und bereitet ihm enorm viel Freude und Befriedigung. Mit zunehmender musika-lischer Erfahrung öffnete er sich dem Einfluss weiterer grosser Jazzstilisten, so z.B. Art Tatum, Teddy Wilson, Duke Ellington Nat "King" Cole, George Shearing, Oscar Peterson und Hank Jones. Mit Stephanie Trick zusam-men entwickelte er ein Duo-Konzept für vier Hände, mit dem sie international sehr erfolgreich konzertieren.

 

Ehud Asherie

Ehud Asherie wurde am 20. Dezember 1979 in Netanya, im Norden von Israel geboren. Er verbrachte seine frühe Kindheit in Italien, in Genua und Mailand, und besuchte dort die Schulen. Als er 9 war, übersiedelte die Familie nach New York. Mit sechs Jahren erhielt Ehud Klavier-unterricht und setzte diesen mit Unterbrüchen fort bis er 17 war. Im Smalls Jazz Club in Greenwich Village hörte er die Musik, die ihn wirklich begeisterte. Er verbrachte ganze Wochenenden in der Gesellschaft bekannter Jazzmusiker und nahm an vielen nächtlichen Jam Sessions teil. Ein Studium an der renommierten Universität für Musik, The New School, in New York schmiss er schon nach einem Jahr. Er fand, die Fähigkeit authentischen Jazz spielen zu lernen, könne er nur in der Praxis erwerben und nicht an einer Universität. Das notwendige Grundwissen über Technik, Phrasierung, Strukturierung und Komposition liess er sich fortan im privaten Musikunterricht beibringen. Eine Musik-Kassette mit Thelonious Monks "Greatest Hits", die ihm seine Eltern schenkten, war für ihn der zündende Funke. Im Gegensatz zur üblichen Praxis begann Ehud nicht mit der Musik der Pioniere, mit Ragtime und Stride Piano, sondern mit Bebop. Von Monk kam er auf Bud Powell, doch dann wollte er wissen, was davor gewesen war. Auf seinem Weg zurück stiess er auf Art Tatum, Teddy Wilson, Earl Hines, Fats Waller, Willie "The Lion" Smith, bis er bei James P. Johnson, "der alles erfunden hat", angelangt war. Für Ehud ist James P. Johnson der Grösste. Die Begegnung mit Louis Mazetier, Bernd Lhotzky und Rossano Sportiello an der Arbors Jazz Party in Clearwater, Florida bestärkte ihn in seinem Wunsch, sich noch intensiver mit dem Stride Piano auseinander zu setzen. Ehud ist ein sehr innovativer Pianist und kennt keinerlei Berührungsängste. Lustvoll kombiniert er die kraftvollen Rhythmen des Stride mit dem harmonischen und melodischen Einfallsreichtum des Bebop.

 

Stephanie Trick

1986 in San Francisco, Kalifornien geboren, wuchs Stephanie Trick in St. Louis, Missouri auf. Schon seit frühester Kindheit spielte sie Klavier. An der Universität von Chicago studierte Stephanie klassisches Klavier und nahm zusätzlich Jazz-Piano-Lektionen. Den grössten Anteil an ihrer frühen Jazzerziehung schreibt sie jedoch einigen hervorragenden Musikern aus dem Raum St. Louis zu. Von Anfang an zeigte sie ein Faible für Ragtime und Stride Piano. Drei Jahre hintereinander gewann sie bei der St. Louis Scott Joplin Ragtime Youth Piano Competition den ersten Preis und trat ab 2006 regelmässig am jährlichen West Coast Ragtime Festival in Sacramento, Kalifornien auf. Anfangs 2008 stiessen wir in You Tube auf Stephanie Tricks begeisternde Interpretation von "Carolina Shout" (Martin König sei Dank!) und luden sie spontan an unseren Stride & Swing Piano Summit 2008 ein. Dieser Event sollte das Leben der jungen Pianistin nachhaltig verändern. An der Seite von Louis Mazetier, Rossano Sportiello, Paolo Alderighi, Jon Weber und Olaf Polziehn erfuhr sie, wie authen-tischer klassischer Jazz klingen soll. Vor allem Louis Mazetier zeigte ihr, worauf es ankommt. Bald reiste sie nach Frankreich, um bei ihm Stunden zu nehmen, traf in Paris auch Claude Bolling, korrespondierte mit Mazetier, Sportiello, Lhotzky, ja sogar mit Dick Hyman, studierte die Aufnahmen der Piano-Legenden, übte viele Stunden am Tag und spielte, wo immer sich Gelegenheit bot. 2009 schloss Stephanie Trick ihre College-Ausbildung mit dem “Bachelor of Arts in Music“ ab. An verschiede-nen Festivals und am Stride & Swing Piano Summit 2010 traf sie erneut auf Paolo Alderighi. Die beiden wurden ein Paar, musikalisch wie privat. Ihre Duo-Auftritte, vier-händig, an einem Flügel, gehören heute zu den grossen highlights vieler Jazz-Festivals. Stephanie steht aber auch oft allein im Rampenlicht und wird in den USA als “new star in the stride world“ gehandelt.

 

Nicki Parrott

Die junge Bassistin Nicki Parrott kam im Mai 1994 aus Australien nach New York, um beim renommierten Bassisten Rufus Reid zu studieren. Es war die Belohnung für die Verleihung des "Australian Young Achievers Award" durch den Arts Council of Australia. Dieser garantierte der Preisträgerin die Übernahme aller Kosten für den New York-Trip und ihr Studium bei Rufus Reid. 1970 in Newcastle, Australien geboren, begann Nicki mit vier Jahren Klavier zu spielen. Bald darauf erlernte sie auch noch das Flötenspiel. Während ihrer Schulzeit konzentrierte sie sich auf diese beiden Instrumente. Als ihre Schwester, die Altsaxofon spielte, eine Bassistin für ihre Gruppe benötigte, wechselte Nicki zum Kontrabass. Nach Abschluss der High School zog sie nach Sydney, um am New South Wales Conser-vatorium of Music Jazz zu studieren. Kurz danach begann sie mit bekannten australischen Musikern zusammenzuarbeiten und begleitete die russischen Künstler Daniel Kramer und Alexander Fischer sowie die amerikanischen Trompeter Bobby Shew und Chuck Findley auf ihren Australien-Tourneen. Sie bildete sich bei verschiedenen Bassisten in Australien weiter. Wenn immer amerikanische Stars wie Ray Brown oder John Clayton "in town" waren, nahm sie bei ihnen einige Lektionen, um ihr Spiel zu perfektionieren. Seit ihrer Ankunft in den USA hat sie mit Namen wie Clark Terry, Billy Taylor, Terri Thornton, DIVA, Skitch Henderson, Bucky Pizzarelli, Warren Vaché, Ron Jackson und Bernard Purdie gespielt. Nicki gewann zusätzliches Ansehen durch die Teilnahme an wichtigen Jazz Festivals in den USA, Kanada, Australien und Europa. Bis zu dessen Tod, 2009, trat sie jeden Montagabend mit dem legendären Gitarristen Les Paul im Iridium Jazz Club in New York City auf. Für Arbors Records hat sie unter vielen anderen drei CDs mit Rossano Sportiello eingespielt, eine davon in der Alten Kirche Boswil.